Als Lehrerin und Waldpädagogin durfte ich an einer staatlichen Grundschule einen Schulversuch initiieren, bei dem Grundschüler alle zwei Wochen ganztägig „draußen“ unterrichtet werden. Nach drei Jahren Erfahrung in diesem Bereich bin ich vollkommen überzeugt, dass Natur als Lern-und Erfahrungsraum die Kompetenzen der Kinder in allen Bereichen nachhaltig stärkt und bereichert.

Die positiven Rückmeldungen seitens der Kinder und Eltern haben mich motiviert „Draußenschule“ vom Status eines Projektes zu einem tragfähigen und innovativen Schulkonzept weiterzuentwickeln. ​ Ich habe zwei Kinder für die ich mir wünsche, dass Schule ein Ort ist, der ihre Neugier aufgreift und sie zum Forschen und Nachfragen anregt.

Kontakt: Carolin Rückert

Lernen findet nicht nur mit dem Kopf statt. Wir lernen auch mit den Händen, dem Geruch, in der Bewegung. In der Naturpädagogik erlebe ich täglich, das scheinbar "lernresistente" Kinder im Freien aufblühen. Plötzlich lesen sie Bestimmungsbücher, wollen ausrechnen wie hoch ein Baum ist oder trauen sich soziale Aufgaben zu, die in der Schule in dieser Form undenkbar wären. Wenn Wörter mit Orten, Rechenoperationen mit Bewegung und sozialrelevante oder naturwissenschaftliche Bereiche mit dem Alltag jenseits des Schulgebäudes abgeglichen werden, sind wir weit über die Anhäufung von Wissen in Köpfen hinaus.

Dann werden wir neugierig, hinterfragen die Dinge, konsumieren nicht blind und bilden unsere eigene Meinung aus. Das ist ganzheitliches Lernen und erstaunlicher Weise macht das allen Beteiligten richtig Spaß.

Diplombiologin, Streuobst-Pädagogin UNESCO Geopark-vor-Ort-Begleiterin

Kontakt: Sindy Grambow