Die natürliche Umwelt wirkt sich positiv auf die physische und psychische Gesundheit von Kindern und Pädagogen aus. Viele Outdoor-Aktivitäten verbessern die Körperwahrnehmung (z.B. Balancieren, Laufen auf unebenem Grund) und schulen die Sinneswahrnehmung. Körper und Geist, beide Systeme regen sich gegenseitig an. Kinder (be-)greifen etwas mit der Hand und begreifen es dadurch geistig.

Durch das spielerische, bewegungsintensive und experimentelle Lernen in der Natur knüpfen wir an kindliche Bedürfnisse an. Beide Geschlechter werden dadurch in ihren Interessen „abgeholt“ und dürfen sich kompetent erleben. Die Draußenschule ist damit auch die konsequente pädagogische Fortführung der etablierten Wald- und Naturkindergartenkonzepte auf Schulebene.

An der Draußenschule darf Lernen in Bewegung und auch außerhalb des Klassenzimmers stattfinden. Gelernt wird in jahrgangsgemischten kleinen Gruppen. Eigenständiges Lernen und Lernen im Team wechseln sich ab. Inhalte beziehen sich verstärkt auf beobachtbare und konkrete Dinge in der natürlichen Umgebung. Wir bringen sozusagen den „Lernstoff“ nach draußen und an verschiedene Lernorte, wie zum Beispiel eine Streuobstwiese, ein Bach, ein Waldstück, aber auch ein Marktstand, ein Museum oder ein Klärwerk. Die Anschaulichkeit und der hohe Praxisanteil, verbunden mit viel Bewegung, tragen dazu bei, dass Kinder ihre Umwelt verstehen und dadurch Lerninhalte besser begreifen bzw. verinnerlichen können.

 

Bildung muss sich vor dem Hintergrund zukünftiger Herausforderungen darauf vorbereiten, die komplexen Zusammenhänge von Technik und Wissenschaft vermitteln zu können. Erst das Verständnis dieser vielschichtigen, fächerübergreifenden Sachverhalte führt zu Wissenschafts- und Technikmündigkeit und in der Folge zu Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit. Zugang zu und Interesse an diesen Themen kann schon im Grundschulalter gefördert werden.

Wer die Welt und die Zusammenhänge im Kleinen und Großen nicht mehr versteht, hat zukünftig unweigerlich Schwierigkeiten daran teilzuhaben. Wir fördern unterschiedliche Begabungen und Interessen im Bereich (Natur-) Wissenschaft und Technik und setzen inhaltliche Schwerpunkte im Erforschen (Experimentieren) und Entwickeln (Konstruieren). Unser Ziel ist es Kinder im Umgang mit Technik (dazu gehören auch digitale Medien und die Computer Literacy) zu unterstützen, so dass Heranwachsende digitale Informations- und Kommunikationsangebote kritisch durchdringen können. Unsere Aufgabe sehen wir darin, digitale Medien so einzusetzen, dass sie didaktische Möglichkeiten der Unterrichtsgestaltung sinnvoll erweitern – immer im Bewusstsein, dass Medien im Allgemeinen eine dienende Rolle innehaben.

 

Die Draußenschule baut eine aktive, praxisnahe und gemeinschaftliche Lernumgebung auf, die den Anforderungen unserer Lebenswelt im 21. Jahrhundert gerecht wird. Bedürfnisse des Einzelnen und der Gemeinschaft werden geachtet. Die verschiedenen Dimensionen: Wissen, Kompetenzen (Können) und Persönlichkeitsbildung gehen ineinander über und bilden die Grundlage für nachhaltiges Lernen.

Die Jahrgangsmischung trägt zum Lernen in Gemeinschaft bei, denn Klein lernt von Groß und Groß lernt von Klein! Das gemeinsame Lernen ist Basis unseres Konzeptes, denn sozialer Zusammenhalt beruht auf dem Gefühl Teil einer Gemeinschaft zu sein. Die Generationenwerkstatt erweitert den Unterricht um Kontakte und Sichtweisen älterer Mitbürgerinnen und Mitbürger.